Medizin

Medikamente: Die Patienten dosieren sie gleich

Forscher der Ecole Polytechnique Féderale de Lausane (EPFL) in der Schweiz haben ein Molekül entwickelt, mit dem das Vorhandensein eines Arzneimittels im Blut nachgewiesen und die Farbe je nach Konzentration geändert werden kann.

Kai Johnsson und Wissenschaftler der Ecole Polytechnique Féderale de Lausane (EPFL) haben ein neues biosensitives Molekül entwickelt, das an das im Blut des Patienten zirkulierende Medikament bindet und dessen Farbe je nach Konzentration ändert. Die Forscher nannten diese neue Klasse von Biosensoren LUCID für “LUCiferase-basierte Indikatoren für Arzneimittel”. Dank dessen haben Wissenschaftler ein schnelles und einfaches System eingerichtet, das von Ärzten und Patienten verwendet werden kann.

Sehr einfach zu bedienen

Wenn das Medikament nicht erkannt wird, erzeugt das System ein rotes Licht. Dieses Licht ändert sich jedoch allmählich von rot nach blau im Verhältnis zur Konzentration des Arzneimittels.

Der Arzt und der Patient können diese Konzentration leicht erkennen. Sie legen einen Tropfen Blut auf ein Stück Papier, das zum Fotografieren mit einer herkömmlichen Kamera ausreicht. Das Bild wird von einer Software analysiert, die die Farben misst und die Entsprechung in der Arzneimittelkonzentration angibt.

Um ihre Empfindlichkeit zu testen, entwickelten die Forscher sie für sechs im Handel erhältliche Medikamente, darunter drei Immunsuppressiva, ein Antiepileptikum, ein Antiarrhythmikum und ein Krebsmedikament. Die Ergebnisse waren für diese 6 LUCIDs schlüssig.

“Dieses System bietet eine effiziente und kostengünstige Lösung zur Personalisierung der Dosierung von Arzneimitteln für Patienten mit verschiedenen Krankheiten”, erklärt Rudolf Griss, einer der Autoren dieser Studie.

Eine regelmäßige Überwachung des Wirkstoffspiegels eines Patienten ist für eine wirksame Behandlung unerlässlich, insbesondere bei Krebs, Herzerkrankungen, Epilepsie und Immunsuppression nach Organtransplantation. Die derzeitigen Methoden sind jedoch sehr teuer, zeitaufwändig und erfordern die Intervention von Personal und einer vom Pflegeort getrennten spezialisierten Infrastruktur.

“Wir denken an einen einfachen Detektor, der in die Hand passt und es dem Patienten ermöglicht, leicht etwas Blut aus der Fingerspitze zu ziehen, um sofort den Spiegel des Arzneimittels in seinem Körper abzulesen. Diabetiker mit Glukose “erklärt Rudolf Griss.